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Stimmen zu: die welt auf dem fusz
"Unvergleichlich schöne Gedichte..." WDR5 Bücher, Matthias Ehlers
Dem Lyriker und Spoken Word Performer Stan Lafleur ist mit die welt auf dem fusz ein hinreißender Lyrikband gelungen. 90 Fußballgedichte, geteilt in zwei Hälften, 45 über die großen Fußballer-Legenden und 45 über die alltägliche, private, emotionale und politische Seite der beliebtesten Wettkampf-Leibesübung der Welt. Plus Verlängerung in Form von Erläuterungen für die, die in der Schule des Lebens bei Fußball geschlafen haben. Unvergleichlich schöne Gedichte, wortwitzig, pointiert, tragisch, sarkastisch, komisch, lebensklug und leidenschaftlich. Absolut zu empfehlen - nicht nur zur Weltmeisterschaft.
(20. Juni 2010)
"...ein lyrisches Denkmal..." Aachener Zeitung (von Hanna Sturm)
In diesen
(Fußballgedichten) setzt Lafleur großen Spielern wie Horst Hrubesch und Manfred
Kaltz, Ailton, Ronaldinho oder Bernd Schuster ein lyrisches Denkmal, berichtet
von seiner Jagd als kleiner Junge nach einem Autogramm von Ernst Willimowski
oder widmet sich in seiner „Autobiographie des Balles“ dem ultimativen
Mittelpunkt des Sports: „Ein Ball sie zu knechten, sie alle zu schinden.“
(04. Juli 2009)
Aachener Nachrichten (von Heike
Nelsen-Minkenberg)
Treffsichere Schilderungen von Standardsituationen,
humorvolle Porträts internationaler Fußballgrößen, der einzigartige Charakter
eines jeden Ballkünstlers in einen eigenen Sprachrhythmus verwandelt. (03.
Juli 2009)
"...das ist ganz witzig..." transfermarkt.tv (von Jan Wandtke)
"Feingeistige Fußballgedichte." "Wenn man das normale Treiben auf dem Spielfeld
beobachtet, wie die Spieler miteinander umgehen und auch mit dem Schiedsrichter,
dann kann man ja schon zur Annahme kommen, daß Lyrik und Fußball eigentlich
nicht so viel miteinander zu tun haben. Ich denke, auch gerade deswegen hat der
Stan Lafleur das mal probiert und im Falle von dem Lucio-Gedicht ist ihm das
halt auch ganz ordentlich gelungen, das ist ganz witzig. (...)" (19. Juni
2009)
fixpoetry.com (von Mirko Wenig)
Garantiert erstligatauglich – Stan Lafleurs Fußballgedichte in „die welt auf dem fusz“
Ich muss es zugeben: meine aktive Fußballlaufbahn endete bereits im zarten Alter
von sieben Jahren beim Probetraining im einzigen Verein der Stadt. Da mir die
taktischen Übungen des Trainers unnütz erschienen, zog ich es vor, den Ball
eigenmächtig auf das Tor zu zirkeln, so dass ich zur nächsten Trainingseinheit
nicht wiederzukommen brauchte. Ich spielte zwar weiterhin fast jeden Tag auf der
Straße, doch ohne professionelle Anleitung blieben meine Fähigkeiten eher
bescheiden, so dass mein schönster Treffer ein Eigentor im Schulturnier war: von
der Mittellinie aus, vergleichbar mit dem Tor, das Bremens Diego aus über
sechzig Metern Entfernung gegen Aachen erzielte. Der Torhüter saß mit
verschränkten Armen im Strafraum, weil er auf Fußball eigentlich keine Lust
hatte, so nahm das Unheil seinen Lauf. Meine Leidenschaft als Fan entdeckte ich
später ausgerechnet wieder, als ich am Fußgelenk einen Knorpelschaden vierten
Grades auskurierte (eine ähnliche Verletzung immerhin, wegen der Sebastian
Deisler seine Karriere beenden musste, auch wenn er sie am Knie erlitt). Als ich
meinen Arzt fragte, ob ich auch weiterhin alle Sportarten ausüben könne,
antwortete dieser: „im Prinzip alle, außer jene, für die sie ihre Beine und Füße
brauchen“. Seitdem habe ich nie wieder Fußball gespielt. Aber ich verfolge das
nationale und internationale Fußballgeschehen als Fan mit bestandenem
Stammtisch- Trainerschein, und schmerzlich war mir aufgefallen, dass so wenige
Autoren in die Fußstapfen von (ich wage diese Bezeichnung zu wählen)
„Fußballgott“ Ror Wolf getreten sind, der mit seinen Gedichten und Hörspielen
einen wichtigen Beitrag zur deutschen Fußballkultur leistete. Gut, es gibt die
Autoren- Nationalmannschaft, gab auch eine kurze Hochphase während der Fußball-
Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land, als unzählige Texte zum Thema Fußball in
Anthologien und Feuilletons erschienen. Bei einigen Beiträgen war man sich
jedoch nicht sicher, ob die Autoren tatsächlich schon mal ein Fußballspiel
verfolgt haben oder das Interesse nur simulierten, da es Aufmerksamkeit
versprach. Über die ganze Spielzeit hinweg, also über die Distanz eines Fußball-
Lyrikbandes, sind mir jedoch nur wenige Versuche bekannt: bis ich vor wenigen
Tagen Stan Lafleurs „die welt auf dem fusz“ in meinem Briefkasten fand, das ich
beim Fixpoetry-Rätselspiel gewonnen hatte.
defensivmann
warum
er so wenig redete, wurde er von reportern gefragt. weisz nicht, gab er
zur antwort. damit war alles gesagt
Da wären wir auch schon beim
Thema. Wer glaubt, dass die Zeiten der großen Erzählungen vorbei ist, der hat
noch nie die Spieler über den Platz laufen sehen, die Stan Lafleur in seinem
Lyrikband porträtiert, und hat auch nicht diese Gedichte gelesen. Lafleur lässt
keinen Zweifel daran, dass Fußball zu wichtigsten evolutionären Errungenschaften
des Menschen zählt, bereits der Titel „die welt auf dem fusz“ deutet es an. „das
reden hatte er, weil er selbst alle/ sprachlos machte, bereits in den jugend-/
ligen verlernt.“, heißt es da beispielsweise über Gerd Müller, denn warum sollte
sich ein Mensch der Sprache bedienen, wenn er doch Tore schießen kann?
„…ueberall explodierten/ seine schuesse & bomben, er hinterliesz// verwuestete
abwehrformationen, taubes/ personal, gestandene maenner auf der/ suche nach dem
eigenen schaedel“. Überraschend vielschichtig versteht es Lafleur, das Geschehen
auf und neben dem Platz in Worte zu fassen. Lafleur ist Fußballfan und -
philosoph, schreibt mit Anteilnahme, kann zugleich spöttisch und pathetisch
sein, so dass auch seine Gedichte vielfältige Töne aufweisen, etwa zwischen Ode
und Groteske pendeln. Eine besondere Qualität sind hierbei die Überblendungen im
Gedicht, resultierend aus einem genauen Blick, die auch dem Leser ungewöhnliche
Perspektiven auf den Fußball eröffnen können. Etwa wenn sich die politische
Ausgrenzung von Lauterns ehemaligem Spielmacher Wolfram Wuttke, der bei seinem
Verein in der Saison 1989/ 90 suspendiert wurde und als schwieriger Spieler
galt, im gleichnamigen Gedicht auch in dessen Spielweise und der Verbannung auf
die Bank spiegelt: …sein unsteter geist bei der arbeit, wie er die/
klassengrenzen verschob & an der wand/ zerquetschte: das kam weder den
kollegen// noch den bossen sonderlich zupasz. daher/ & auch wegen seiner
verwachsenen beine/ lieszen sie ihn am feldrand dribbeln, wo er// sich frueh
wundlief & den blues bekam: das/ gottverdammte fuszballleben des wolfram w./ &
und nicht anders wuerde er seine autobiographie// betiteln,drunter bekaemen sie
es nicht...“ Ein bitter- melancholisches, aber zugleich komisches Gedicht ist
George Best gewidmet, jenem nordirische Fußballstar, der in seiner Zeit bei
Manchester United wegen seiner Popularität und seines Lebensstils von den Medien
als fünfter Beatle bezeichnet wurde (wobei die Liste der „fünften Beatles“ lang
ist, George Best ist jedoch der einzige Fußballer unter ihnen). Lafleurs Gedicht
steigt ein, als Bests Karriere bereits vorbei ist, er nur noch mit
Alkoholexzessen, häuslicher Gewalt und einer Lebertransplantation Schlagzeilen
macht. Zwischen gespielter Lässigkeit und Exzessen zeichnet Lafleur eine Person,
die ihre tragische Rolle im Spiel schon nicht mehr durchschauen kann. Das
Rollenspiel George Bests als Starfigur und sein Fußballspiel werden ineinander
geblendet, so dass sich in pointierter Zuspitzung auch der Fußball nur noch
„abseits des Lebens und des Platzes“ –im Gefängnis– vollziehen kann. Denn auf
die Frage des Kellners nach mehreren Flaschen Champagner, was in Bests Leben
alles schief gegangen sei, antwortet dieser: „… was soll schiefgegangen/ sein,
nichts ist schiefgegangen, antwortete er/ & zirkelte seine paesse,
kopfschuettelnd vor// so viel falschem mitleid, je nach pegel ins/ aus oder zu
den begeisterten fluegelspitzen/ seiner kameraden von der knastmannschaft“ Das
ist todtraurig, zugleich auch komisch und weist weit über das Fußballspiel als
Thema im engeren Sinne hinaus. Bliebe zum Schluss noch, den Spielmacher im
gleichnamigen Text zwischen Heiligenfigur und Vor- Denker zu verklären: „…
ueberhaupt im gekruemmten/ raum sich bewegen hob ihn ab/ von den uebrigen, die
die erde noch// als flaches gruenes spielfeld dachten…“ Das Buch ist bereits im
WM- Jahr 2006 erschienen, soll hier aber jedem ans Herz gelegt werden, der sich
für Lyrik ebenso begeistern kann wie für das Spiel mit dem Ball. Es ist ein
Buch, das thematisch unterschiedlichste Facetten des Fußballs abdeckt – von
aktuellen und „historischen“ Spielerporträts (Maradona, Blochin, Roger Milla)
über Spielertypen („spielmacher“, „der dribbler“, „der recke“) bis hin zu
Aspekten der Taktik und Spielkultur („vaeterlicher trainer“,
„spielverstandnis“). Einige Passagen des Bandes sind auch auf der Trainerbank
zitierfähig und bereiten größeres Vergnügen als die oft unsinnigen Premiere-
Konferenzschaltungen, bei denen Tore immer dann fallen, wenn die Kamera nicht
zugeschaltet ist. Und wenn die Bayern in der nächsten Saison wieder nicht
Meister werden, dann möchte man ihnen die Worte hinterher werfen, die Lafleur
Jürgen Klinsmann in den Mund legt: „des hier isch nicht dr eingang/ zur hoellee.
mit e bissle obdimissmuss-/ schulee woerdet ihr des au verschtaehn“. (08.
Juni 2009)
fussball-kultur.org
Ganz wunderbarer Band.
Fußballgedichte vom Feinsten. (Mai 2009)
Leverkusener Anzeiger
(von Stefan Andres)
Hommage an Bernd Schuster Zum Finale der
Fußballbundesliga soll es Fußballlyrik sein, der wir uns in der zweiten Folge
von „lev.literaria“ widmen. Dass Fußballlyriker, die etwas auf sich halten, an
Leverkusen nicht vorbeikommen, versteht sich von selbst. Und als vor drei Jahren
die Fußballweltmeisterschaft Deutschland elektrisierte, hatten literarische
Beiträge über Fußball mindestens ebenso Konjunktur wie Fähnchen am Autofenster.
Folgerichtig gab der Lyriker und Poetry-Slam-Veteran Stan Lafleur aus Köln einen
Gedichtband heraus, der sich ganz und gar dem Fußballsport widmet: „die welt auf
dem fusz“ lautet der Titel, der in seiner konsequenten Klein- und in der „ß“-
Schreibung schon etwas von der Extravaganz des Dichters an sich verrät. Lafleur
huldigt nicht nur dem unterklassigen Fußball in der „Ballade von der Kreisliga
B“, er preist auch die ganz Großen dieses Sports: Best, Maradona, Netzer, Zico,
Zidane - und Bernd Schuster, der „Blonde Engel“, der von 1993 bis 1996 seine
makellosen Pässe für Bayer 04 Leverkusen schlug. „bernd schuster“ - schon wieder
Kleinschreibung! - heißt das Stück, mit dem Lafleur dem eigenwilligen
Mittelfeldregisseur ein Denkmal setzt. Lauschen wir einigen Zeilen: „. . .
flegeln, die den lauf seiner paesse / nicht zu lesen vermochten, bis es ihm /
reichte: er das leder zu sich herbefahl / aus sechzig metern abzog, flugschau /
fuer fortgeschrittene, & noch bevor / der ball im netz einschlug zufrieden / auf
den Rasen rotzte . . .“ Da braucht es keiner Interpretationshilfe: Der Ball ist
drin, zappelt im Netz. Das Tor, das Lafleur da in Verse setzt, ist tatsächlich
gefallen: Am 28. August 1994 im Ulrich-Haberland-Stadion war es im Spiel gegen
Eintracht Frankfurt in der 16. Spielminute das 1:0 für Bayer 04 Leverkusen.
Schuster entschloss sich etwa auf Höhe der Mittellinie, den Ball einfach über
den Torwart Andreas Köpke ins Tor zu befördern. Man darf es als künstlerische
Freiheit werten, wenn Lafleur dem Genie ein Rotzen unterstellt, mit dem er aber
geschickt die Beiläufigkeit ausdrückt, mit der Schuster diesen Geniestreich
seinen Mitmenschen zuteil werden ließ. Ob Schuster wirklich auf den Rasen
gerotzt hat, weiß freilich kein Mensch: Alle Blicke und Kameras folgten der
irrsinnigen Flugbahn des Balles. Der Treffer wurde zum Tor des Jahres, später
gar zum Tor des Jahrzehnts gekürt - allemal würdig also, literarisiert zu
werden. Das Spiel endete 4:0 für Leverkusen, und es war noch aus einem weiteren
Grund von geradezu historischer Tragweite: Es war das erste von Rudi Völler für
Leverkusen. Der soll Schuster vor dem Spiel den Tipp gegeben haben, dass Köpke
häufig weit vor seinem Tor stehe. Völler, heute Sportdirektor bei Bayer 04,
erzielte damals den vierten Treffer. Ihm aber hat Lafleur (noch) kein Gedicht
gewidmet. (22. Mai 2009)
Klappe auf
Volltreffer. (April 2009)
Badische Neueste Nachrichten (von Matthias Kehle)
(...) Eine
Neuentdeckung für seinen Geburtsort Karlsruhe ist Stan Lafleur. Der in Köln
lebende 40-jährige "Spoken-Word-Veteran" gilt als einer der Wegbereiter der
Poetry-Slams, seine Gedichte finden sich inzwischen in Anthologien wie dem
"Großen Conrady". Der bekennende KSC-Fan brillierte mit seinen Fußballgedichten.
Da ist etwa jenes Porträt von Roy Makaay, "spitze kuppeln seine weiszen knie/
wie sie aus dem ewigen gruen des rasens/ ragten, aus den marschen der
niederlande." (...) (11. November 2008)
musenblaetter.de (von Frank
Becker) "Der Fußballwahn ist eine Krank-heit, aber selten, Gott sei
Dank..." beginnt Joachim Ringelnatz´ Beschreibung des Phänomens, das er
atemberaubend in seinen "Turngedichten" abgehandelt hat. Der aus tiefer Seele
sich zum Fußballhimmel emporschraubende Schrei Herbert Zimmermanns beim WM-Sieg
der deutschen Nationalmannschaft in Bern 1954 ist auch 53 Jahre später noch in
jedermanns Ohr, und der deutsche Fußballsommer 2006 hat in der Euphorie
vermeintlicher und längst verhallter Verbrüderung für den Lidschlag eines
Augenblicks die Illusion vermittelt, Fußball sei der Schlüssel zur
Völkerverständigung. Auch der Kohlenpott-Lyriker Fritz Eckenga hat natürlich den
Fußball zur Chefasche erklärt und in seinem jüngsten Buch "Prima ist der
Klimawandel auch für den Gemüsehandel" ein ordentliches Kapitelchen dem
Ballsport gewidmet. Doch da ist einer, der mehr tut als alle anderen für den
Fußball und seine Helden, einer der tiefer in die Materie eingedrungen und mit
dem Wissen um die innersten Vorgänge wieder aufgetaucht ist. Dieses Wissen formt
er zu Gedichten der besonderen Art, zu einer Fußball-Lyrik, die es so noch nicht
gegeben hat und die seinen Namen - wenn auch nicht in der Nord- oder Südkurve,
auf den Stadiontribünen und in den Spieler-Kabinen - nachhaltiger mit dem Spiel
der 22 Männer auf grünem Rasen verbindet, als mancher Sport-Reporter das
vermöchte. Die Rede ist von Stan Lafleur und seinem Lyrik-Band "die welt auf dem
fusz". Seine Gedichte besingen Ente Lippens, Jürgen Klinsmann und Matthias
Sammer, den VfL Osnabrück, SV Frömmersbach 1948 und Dynamo Kiew, den Dribbler,
den Elfmeter und den Torwart, der diesem gefaßt entgegenblickt. Stan Lafleur
nennt Namen und Situationen, Orte und Vereine - und man spürt aus jedem Vers,
jeder Zeile, daß er weiß, wovon er schreibt. Nehmen wir mal Bernd Schuster,
heute hochbezahlter Trainer bei Real Madrid, als Beispiel:
bernd
schuster genau wie mein nachbar, der miszliebig seinen pinscher
durchn park zerrt trabte er durch die konspirativen wohngegenden des
defensiven mittelfelds engel mit schnauzbart & so nem hals auf das
uninspirierte gestochere seiner zurueckgebliebenen kameraden den
flegeln, die den lauf seiner paesse nicht zu lesen vermochten, bis es
ihm reichte: er das leder zu sich herbefahl aus sechzig metern abzog,
flugschau fuer fortgeschrittene, & noch bevor der ball im netz
einschlug zufrieden auf den rasen rotzte, den wir nachts aus dem stadion
stahlen, ihn dem park einzupflanzen, den mein nachbar so liebt Na,
was sagen sie? Lafleur, der blumenreiche, beherrscht sein lyrisches Handwerk
nicht weniger als der nationale (FC Augsburg, 1. FC Köln, Bayer Leverkusen) und
internationale (FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid u.a.) Spieler und
Trainer das seine mit dem Ball. Lafleur bringt das Transzendentale dieses
Publikumssports ans Licht, seine Beschreibung eines Laufs von Ronaldinho durch
die gestaffelten gegnerischen Reihen ist reine Poesie, einen Blick auf Günter
Netzer und dessen Tiefe des Raums, wie ihn Lafleur hat, kann kein anderer haben.
Was geht in einem Spieler auf dem Feld der Ehre vor? Wie ist die Stimmung bei
einem Spiel der Kreisliga B? Welches Schicksal kann die Stars des runden Leders
ereilen (George Best ist so ein Beispiel)? Stan Lafleur (hat er sich nach der
Legende Libuda genannt?) weiß es und läßt es mitempfinden. Seine Lyrik hat
Humor, viel Humor sogar, schenkt einen um den anderen Lacher, nimmt jedoch zur
gleichen Zeit unauffällig mit in die verborgene Tiefe von Gefühlen und läßt
staunen: so ist das also. Jedes Gedicht ein Genuß, jede Erkenntnis ein Gewinn -
und vice versa. Fußballer, Leser, Fans, ihr Stadionsprecher und Moderatoren in
Rundfunk und Fernsehen, hört mich an: Lest Stan Lafleur und ihr wißt endlich,
worüber ihr an Biertischen, in Kabinen und über Lautsprecher redet: fuszball.
Mein Lyrik-Tip - der beste aktuelle Gedichband, hervorragend von Sandra Fehr
ediert und nebst einem spielerischen Intermezzo in der Halbzeitpause gesetzt:
stan lafleur "die welt auf dem fusz". (29. September 2007)
Kritische Ausgabe (von Rainer Selmann)
(...) Ich habe dieses Jahr allerdings auch
sehr schöne Fußballgedichte gehört und gelesen, nämlich vom Kölner Lyriker stan
lafleur. Ob nun die Entwicklung der Brasilianer, Günter Netzers Philosophie oder
die wärmstens zu empfehlende »Ballade von der Kreisliga B«, alles eine schöne
Abwechslung zum Fernseh-Fußball. Und das schöne an diesen Texten ist: Sie haben
auch 2007 noch Bestand. (01. Dezember 2006)
Kieler Nachrichten
(...) Poetry-slammige Eingängigkeit und sprachliche Direktheit. (...)
Lafleur'scher Pop. (...) Texte, die handwerklich verbürgtermaßen literarischen
Ansprüchen genügen. (...) Luftig und zugänglich (...). (12. August 2006)
DEWEZET (von Julia Marre)
"Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90
Minuten", sagte schon Sepp Herberger bei der WM 1954. Nun, mehr als ein halbes
Jahrhundert später, begeistert die Weltmeisterschaft die Massen wie kein anderes
Ereignis. Im Fernsehen begegnet einem neben WM-Shows und -Werbung kaum noch
etwas fußballphobes - selbst die Kickerpizza gibts inzwischen: mit
Bratwurstbelag. Und auch die Verlage ziehen mit. Weniger mit Bratwurst, dafür
mit Büchern en masse. Ein erwähnenswertes, eines, das aus der Masse
heraussticht, hat der in Köln lebende Autor Stan Lafleur nun vorgelegt. "Die
Welt auf dem Fusz" ist ein modernes Heldenepos, zum Teil auf dem Bolzplatz
verfasst. So ist der Autor überzeugt davon, "dass Homer, würde er heute Gedichte
schreiben, Fußballgedichte verfassen würde". Die allerdings wären wohl kaum so
komisch, knallhart und mit zuweilem bitterem Witz gewürzt wie Lafleurs
Volltreffer. So beispielsweise der "Defensivmann": "warum er so wenig redete,
wurde er / von reportern gefragt. weisz nicht, gab / er zur antwort. damit war
alles gesagt". "Die Welt auf dem Fusz" enthält - könnte es anders sein? - 90
Gedichte, sorgfältig aufgeteilt in zwei Halbzeiten. Allein das zeugt vom Charme
der "Fußballgedichte mit Halbzeitpause". In der ersten Halbzeit widmet sich
Lafleur den Personen und Persönchen des Fußballs: von Günter Netzer über Sepp
Maier, Eric Cantona bis zu Roy Makaay und Matthias Sindelar. Da kriegt jeder
sein Fett weg wie Stefan Effenberg, "früher meister am mittelfinger, herr der
handgreiflich waltenden". Dann die Pause - in Form eines Daumenkinos mit
Fußballfiguren. Und in der zweiten Halbzeit Anekdoten (mit oder ohne Pointe) vom
Altstar, Dribbler, Torjäger, Spielmacher und Ersatztorwart. Neben der "ballade
von der kreisliga b" ist auch "da bomba" lesenswert: "a tooorli da guude aeude
bomba" - Dada trifft schimpfenden Trinker aus der Fankurve. In der Verlängerung
liefert Lafleur für Literatur- und Fußballinteressierte dann knappe
Erläuterungen zu den von ihm bedichteten Personen. Da wird Diego Maradona zum
"außerirdischen Fußballer mit argentinischem Pass". Stan Lafleur, Sieger
verschiedener Poetry Slams und Gründer der Literatengruppierung "Rheinische
Brigade", schießt mit Worten um sich, verdient für das ein oder andere Werk zwar
eine Verwarnung, aber geht nach 90 Gedichten (und einem Match mit dem Leser) als
Sieger hervor. Eine außergewöhnliche Lektüre - allein schon wegen der
typografischen Verwirrung um "ß" und "sz". (ca. Juli 2006)
Kölnische Rundschau (von Ursula Härtling) (...) Die skurrilen Heldengedichte widmete
er so unterschiedlichen Begabungen wie Kopfhinhalter Horst Hrubesch,
Saltospringer Miro Klose oder Vieltrinker George Best. (...) (11. Juli 2006)
Der Tagesspiegel, Märkische Oderzeitung, Men`s Health, Yahoo und weitere
Portale (ddp-nrw, von Markus Peters) Mit dem Gedichtband «die welt auf dem
fusz» (Koall Verlag) setzt der Kölner Lyriker Stan Lafleur Fußballern wie Paul
Breitner, Stefan Effenberg und Lothar Matthäus ein eigenwilliges literarisches
Denkmal. (...) Dabei macht die Mischung aus einer eher artifiziellen Lyrik-
Sprache und dem Fußballer-Jargon den Reiz der Texte aus. Dabei befasst sich der
Autor auch immer wieder mit den tragischen Helden des Sports. So gibt es Verse
über den kolumbianischen Nationalspieler Andrés Escobar, der wegen seines WM-
Eigentors erschossen wurde, oder über den Briten Justin Fashanu, der sich als
bislang einziger prominenter Kicker zu seiner Homosexualität bekannte und sich schließlich das Leben nahm. (...)
(03./04. Juli 2006)
glanzundelend.de
Stan Lafleur ist um Klassen besser als Peter Handkäs, der über die Mannschaftsaufstellung der Clubberer nie hinauskam...
(ca. Anfang Juli 2006)
Straßenfeger (von Manfred Mocker)
(...) wunderbare, epochemachende Fußballgedichte, die sich auch hervorragend als Nationalhymne eignen würden. (...) Der Autor ist einer jener modernen Künstler, die ihrer grandiosen Zeit immer ein, zwei Stunden voraus sind. Sein Gedicht ist kosmopolitisch bis in die Orthographie hinein. Das wird überdauern.
(ca. Anfang Juli 2006)
satt.org (von Marc Degens)
Pünktlich zur Fußball-WM erschien Stan Lafleurs wunderbare Fußballgedichtsammlung "die welt auf dem fusz". Lafleurs Gedichte zeugen von ebenso großer Fußballkennerschaft wie auch von lyrischer Meisterschaft, das Werk ist zweifellos eines der schönsten literarischen Fußballbücher in deutscher Sprache!
(30. Juni 2006)
WDR west.art - bücher.scheck (von Denis Scheck)
Nun haben wir die WM, und damit auch die Bücher, die wir verdienen. Offenbar ließ sich deutschen Verlagen in dieser Saison alles zwischen zwei Buchdeckeln andrehen, solange nur Fußball draufstand. (...) sogar Gedichte wie diese von Stan Lafleur. "Die Welt auf dem Fusz" heißt Lafleurs Lyrikband, und das Beste, was man von diesen uninspiriert dahin-plätschernden Gelegenheitsgedichten sagen kann, ist dass sie zu lesen nicht länger dauert als 90 Minuten, ihr Erkenntniswert einer Halbzeit-Bockwurst gleicht und sie einem etwa so lange in Erinnerung bleiben wie eine durchschnittliche Regionalligapartie.
(08. Juni 2006)
Westfälische Rundschau
(Zur Verleihung des vo:pa-Literaturpreises an Stan Lafleur für seine "ballade von der kreisliga b" aus "die welt auf dem fusz")
Die "ballade von der kreisliga b" überzeugte die Jury durch ihre klare und sehr verdichtende Bildsprache, obwohl das Thema Fußball in der ersten Diskussion kritisierend aufgenommen wurde. Die Ballade beschreibt einen Sonntagnachmittag irgendwo auf einem Kreisliga-Fußballplatz. Dabei gelingt es Lafleur in fünf Strophen eine Geschichte zu erzählen, die ihren Sprachrhythmus beibehält und eine dichte Atmosphäre erzeugt. (...) Inhalt, Form und Ausdruck (stimmen) perfekt zusammen.
(29. Mai 2006)
StadtRevue (von Thien-an Tran)
Pünktlich zur Einstimmung auf die Fußball-WM hat der in Köln lebende Lyriker und Spoken-Word-Performer Stan Lafleur ein sehr eigensinniges Buch vorgelegt. Wie lässt sich eine Gemeinsamkeit herstellen zwischen Heisenbergscher Unschärferelation und Angriffsfußball? Was sucht ein schrulliger Torhüter in einer Kafka-Erzählung?
Schon in der ersten Halbzeit gehen Breitner, Klose und Kuranyi ungeahnteste Verbindungen ein. Es folgen Roy Makaay, Roberto Carlos und Jung-Hwan Ahn: Einer "mit hängender kinnlade", als der "steilpass aus der ferne seine unorthodoxe wanderung kreuzte", ein anderer verausgabt sich "als fuehre in jeder pass, jede / flanke auf direktem weg ins paradies". Weniger stringent an den Spielern orientiert, zieht die zweite Halbzeit einen unbestimmten Bogen vom "Strafraum" bis zur "Ballade von der Kreisliga B", wo es "reichlich auffe fresse gab" aber gottseidank "alle leben noch".
Von der ersten bis zur letzten Minute sind es genau neunzig Gedichte, in denen der Autor zahlreiche Aspekt des Fußballspiels umreißt, um sie bisweilen ins Fantastische zu überzeichnen. Oft sind es einfache Szenen, die Fremdes zulassen, und starke und überraschende Bilder, die in ihrer Verknüpfung das Fußballspiel um historische und gesellschaftliche Randbemerkungen erweitern und bereichern. So ist Stan Lafleurs "die welt auf dem fusz" ein sehr unterhaltsamer Lyrikband, der dem Leser eine außergewöhnliche Fußballbegeisterung vermittelt. Schwankend zwischen tragischer Detailbeschreibung und gelegentlichen Wendungen ins Komische oder Heldenhafte führt Lafleur dem Leser vor Augen, dass Fußball nicht bedeutet, einfach nur den Bällen nachzujagen.
(24. Mai 2006)
buchinformationen.de (von Manfred Orlick)
(...) Stan Lafleur (...) hat in 90 "Fußballgedichten mit Halbzeitpause" dem beliebtesten Sport in Deutschland ein lyrisches Denkmal gesetzt. Da werden die alten Haudegen der ehemaligen Nationalelf verewigt, von Günter Netzer bis Sepp Maier. Daneben rücken einige internationale Fußball-Legenden wie Oleg Blochin und George Best ins poetische Flutlicht. Aber auch Akteure (wie Ronaldinho oder Miroslav Klose), die wir in Kürze auf dem grünen WM-Rasen bewundern können, hat der Autor in Verse geschmiedet.
Man möchte meinen, Stan Lafleur wäre ein verkappter Fußballtrainer, der die sportlichen Stärken und Schwächen der Spieler aufs Korn nimmt und mit einem zwinkernden Auge Spielanalyse betreibt. Immer nach der Devise "Fußball findet im Kopf statt". Daneben spielt natürlich auch der Unterhaltungswert des Fußballs eine entscheidende Rolle auf diesen 144 Seiten: "ein gutes spiel ist wie ein lied, das dich zum weinen bringt".
(...) Die (...) Verse in konsequenter Kleinschreibung besitzen eine skurrile Tragikkomik, teilweise mit einer Prise schwarzen Humors oder angereichert mit Seitenhieben auf die wichtigste Nebensache der Welt. Sie kommen in freien Rhythmen daher gedribbelt, lassen jedoch bei allem Humor nicht den nötigen Ball-Ernst vermissen. Kurz vor Abpfiff gibt es noch eine Ballade auf die Kreisliga, wo es mitunter schon "reichlich auffe fresse gab, aber alle leben noch."
Die Gedichte lesen sich flott und flüssig, dass man sich am Ende nur wundert: Was schon 90 Minuten (Gedichte) vorbei? Doch die Verlängerung bringt (...) ein paar Informationen zu den zahlreichen Kicker-Helden zwischen den beiden Torstangen. Der (...) Lyrikband gibt also durchaus die passende Lektüre für die Halbzeitpausen während der 64 Spiele der WM-Endrunde ab und sollte daher Platz finden neben Knabbergebäck und einem kühlen Blonden.
(15. Mai 2006)
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